MÜDIGKEITSWARNER

Die Kaffeetasse wird obligatorisch

Und plötzlich ploppt sie auf, die wohlbekannte Kaffeetasse. Seit über zehn Jahren erinnert sie Automobilist:innen spätestens nach zwei Stunden Fahrzeit daran, eine Pause zu machen. Heutige Müdigkeitswarner sind aber wesentlich vielschichtiger als ihre Vorgängersysteme. Seit diesem Jahr sind die Systeme für Neuwagen Pflicht.

Nicht nur das Einschlafen am Steuer ist gefährlich, Müdigkeit selber reduziert die Fahrfähigkeit deutlich. Wer schläfrig fährt, schätzt Geschwindigkeiten falsch ein, ist unkonzentriert und reagiert ähnlich langsam wie nach dem Konsum von Alkohol. Um solche Unfälle zu verhindern, hat die EU mit der Verordnung 2019/2144 beschlossen, dass Neuwagen ab Juli 2024 mit einem Müdigkeitswarner ausgestattet sein müssen.

Fahrverhalten wird analysiert

Der Müdigkeitswarner ist ein Fahrerassistenzsystem, das die Wachsamkeit des Fahrers, der Fahrerin durch Sensoren im Fahrzeug überwacht. Erkennt das System Müdigkeitserscheinungen, warnt es die lenkende Person optisch (Kaffeetasse) oder akustisch. Die Aktivierungsgeschwindigkeit des Müdigkeitswarners kann je Hersteller variieren. Meist wird er aber bei Geschwindigkeiten ab 65 km/h aktiv und analysiert das Verhalten des Fahrers: wie er lenkt, bremst und beschleunigt, wie er seine Fahrspur hält und wie er blinkt, wenn er die Spur wechselt. Das System berücksichtigt auch die Dauer der Fahrt und die Tageszeit. Macht der Fahrer oder die Fahrerin nach erfolgter Warnung keine Pause, wird die Warnung wiederholt und allenfalls verstärkt. Wie genau die Wachsamkeit der lenkenden Person ermittelt werden muss, ist in der EU-Verordnung nicht festgelegt. Eine Kamera, die das Gesicht analysiert, ist bei Neuwagen erst ab 2026 vorgeschrieben.

Indirekt messende Systeme

Der einfachste Müdigkeitswarner basiert auf einem Timer, der nach Ablauf von zwei Stunden warnt. Solche Lenkzeitenwarner sind bereits seit mehr als zehn Jahren in vielen Autos serienmässig eingebaut. Heutige Neuwagen besitzen indirekt messende Systeme. Sie sind meistens verbunden mit dem Spurhalteassistenten und dem Spurhaltewarner und registrieren, wenn das Lenkverhalten nicht der Fahrbahn entspricht. In Kombination mit der Pedalnutzung, dem Blinkverhalten und der Dauer der Fahrt messen und erkennen sie indirekt, ob die Person am Steuer müde ist. Diese Müdigkeitswarner können allerdings nicht unterscheiden, ob sie müde oder abgelenkt ist. Dies ist nur mit direkt messenden Systemen mit Innenraumkamera möglich. Daher sind die ab Juli 2024 obligatorischen Systeme auch nicht zu 100% zuverlässig: Es kann also durchaus vorkommen, dass eine Pausenempfehlung ausbleibt, obwohl man sich müde fühlt.

 

Weitere spannende Infos über Fahrerassistenzsysteme: smartrider.ch

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