Klare Signale für mehr Qualität und Sicherheit
Die Parlamentarische Gruppe Fahrausbildung/Fahrlehrer:innen hat sich diese Woche mit aktuellen Herausforderungen der Verkehrssicherheit und der Fahrausbildung in der Schweiz befasst. Zahlreiche Mitglieder der eidgenössischen Räte nahmen an der Sitzung teil. Das Sekretariat der Gruppe wird von L-drive Schweiz geführt.
Im Zentrum der Diskussion unter Leitung von Co-Präsidentin und Nationalrätin Céline Weber (GLP, Waadt) standen die steigenden Anforderungen an die Fahrausbildung sowie die Frage, wie insbesondere junge Lenker:innen besser auf die Realität im Strassenverkehr vorbereitet werden können.
Einigkeit herrschte darüber, dass gerade in den ersten Jahren nach Erwerb des Führerausweises ein erhöhtes Unfallrisiko besteht. Neben mangelnder Erfahrung spielen auch Faktoren wie Selbstüberschätzung und leistungsstarke Fahrzeuge eine zentrale Rolle.
Evaluation von Opera-3 steht bevor
Ein Thema war zudem auch die bevorstehende Evaluation des Programms Opera-3 durch den Bundesrat. Dieser wird seinen Bericht am 1. April 2026 präsentieren. Im Fokus stehen dabei insbesondere:
- die einjährige Lernphase
- die Senkung des Mindestalters auf 17 Jahre
- die Abschaffung des zweiten WAB-Tages
Die zentrale Frage lautet, ob diese Anpassungen tatsächlich zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beigetragen haben. Bereits heute zeigt sich am Beispiel der Motorrad-Kategorie A1, dass gewisse Lockerungen kontraproduktiv gewirkt haben.
Neue parlamentarische Vorstösse
Co-Präsidentin Nationalrätin Gabriela Suter (SP, Aargau) stellte im Rahmen der Sitzung mehrere Vorstösse vor, die in Abstimmung mit L-drive Schweiz und RoadCross Schweiz erarbeitet wurden und noch in dieser Session eingereicht werden sollen.
Diese Vorstösse setzen gezielt bei den Schwachstellen des heutigen Systems an:
Strengere Regeln für leistungsstarke Fahrzeuge
Für Neu- und Junglenkende sollen Einschränkungen beim Zugang zu besonders leistungsstarken Fahrzeugen geprüft werden. Dazu gehören:
- Mindestanforderungen an Alter oder Fahrpraxis
- leistungsabhängige Fahrzeugkategorien
- strengere Prüfpflichten für Anbieter wie Leasingfirmen
- gezielte Sanktionen bei Missbrauch
Zusatzausbildung für leistungsstarke Fahrzeuge
Für das Führen leistungsstarker Fahrzeuge soll eine spezifische Zusatzqualifikation eingeführt werden. Inhalte wären unter anderem:
- Fahrzeugdynamik und physikalische Grenzen
- Risikowahrnehmung und Selbstüberschätzung
- praktische Fahrübungen
Gestufter Führerausweis und obligatorische Grundausbildung
Eine zentrale Forderung betrifft die Einführung eines gestuften Führerausweismodells sowie eine verpflichtende praktische Grundausbildung:
- Frühe professionelle Ausbildung durch Fahrlehrer:innen
- Stärkung von Fahrkompetenz und Risikobewusstsein
- klare Struktur in den ersten Jahren der Fahrpraxis
Ziel ist es, insbesondere die unfallträchtigste Phase nach dem Führerausweiserwerb sicherer zu gestalten.
Die vorgeschlagenen Massnahmen setzen konsequent auf Ausbildung statt Verbote und stärken die Rolle der Fahrlehrer:innen im System.
Klare Botschaft: Ausbildung stärken statt nur regulieren
Aus Sicht von L-drive Schweiz zeigt sich deutlich: Nachhaltige Verkehrssicherheit entsteht nicht durch Verbote allein, sondern durch qualitativ hochwertige Ausbildung, praktische Erfahrung und gezielte Förderung der Fahrkompetenz.
Die Diskussionen in der Parlamentarischen Gruppe unterstreichen die wachsende politische Aufmerksamkeit für die Fahrausbildung und bestätigen die zentrale Rolle der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer im Verkehrssystem der Schweiz.