Ein möglicher Zusammenschluss von L-drive Schweiz und Swissdrive stand Mitte August im Zentrum der Infoveranstaltung in Olten, zu welcher die beiden Organisationen gemeinsam eingeladen hatten. Vertreter:innen der Regionalverbände/Sektionen waren eingeladen worden, um sich selbst ein Bild über die laufenden Arbeiten einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von L-drive Schweiz und Swissdrive zu machen. Ziel der Veranstaltung war es, bei den Mitgliedern den Puls zu spüren und offene Fragen aufzunehmen.
Zwei Organisationen – ein Ziel
L-drive Schweiz ist seit 1949 der Berufsverband der Fahrlehrer:innen. Er vertritt die Interessen des Berufsstandes in der Politik und ist Träger des Berufsbildes (Qualitätssicherungskommission QSK) sowie des Berufsbildungsfonds BBF Fahrlehrer:innen. Zudem werden diverse Services angeboten.
Swissdrive folgt der Netzwerklogik. Die Organisation verbindet Fahrlehrer:innen, Instruktor:innen, Polizei und weitere Verkehrssicherheitsfachleute. Mit digitalen Tools, neuen Dienstleistungen und Spezialisierungen wie Seniordrive oder Handicapdrive will Swissdrive die Zukunft prägen.
Chancen einer Fusion
Ein Zusammenschluss könnte viele Vorteile bringen:
- Stärkere Stimme in Politik und Öffentlichkeit
- Mehr Dienstleistungen aus einer Hand
- Nutzung digitaler Tools von Swissdrive
Doch es gibt auch Stolpersteine. Unterschiedliche Kulturen sorgen manchenorts an der Basis noch für Skepsis. Auch die Frage nach der Marke bleibt offen: Soll es L-drive Schweiz, Swissdrive oder ein neuer Name sein? Dazu kommen finanzielle Aspekte und die Rolle der kantonalen Sektionen, deren Zukunft geklärt werden muss.
Emotionen sind die grösste Hürde
Die mit Mitgliedern beider Organisationen zusammengesetzte Arbeitsgruppe sieht die Hürden für einen Zusammenschluss nicht im Grundsatz, sondern bei den Emotionen. Historische Rivalitäten, Misstrauen und persönliche Animositäten bremsen den Prozess. Vertrauen muss aufgebaut werden, damit die Basis den Weg mitträgt.
Vor diesem Hintergrund soll – dies als ein Resultat der Infoveranstaltung – jetzt ein «Letter of Intent» den Prozess konkretisieren. Bis Dezember 2025 wollen die Verantwortlichen Szenarien und Kosten präsentieren. Eine Fusion ist frühestens 2026/27 realistisch. Die anwesenden Sektionsvertreter:innen gaben der Arbeitsgruppe aber klar zu verstehen, dass ein Zusammenschluss im Grundsatz begrüsst wird und anzustreben ist.
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